Die Bindung zwischen Hund und Besitzer ist wie ein unsichtbares Band. Ein Hund der eine starke, vertrauensvolle Bindung zu seinem Menschen aufgebaut hat, ist kooperativer und leichter zu erziehen. Er lässt sich bereitwilliger untersuchen, pflegen und verarzten. Durch sein Vertrauen fällt es ihm leichter, sich von seinem Menschen durch beängstigende Situationen führen zu lassen, und dabei mehr Gelassenheit zu gewinnen. In der Nähe seiner Bindungsperson kann er besser entspannen und sich regenerieren. Es gibt also viele gute Gründe, warum du und dein Hund von einer intensiven Bindung profitieren können.

 

Unterschiede von Bindung, Abhängigkeit und Erziehung

 

Bindung ist nicht mit Abhängigkeit zu verwechseln. Zwar lässt sich über die Abhängigkeit eines Tieres der Bindungsaufbau erleichtern, eine echte Bindung entsteht jedoch aus Vertrauen und dem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Auch Erziehung und Bindung sollten nicht miteinander verwechselt werden, allerdings beeinflussen sie sich gegenseitig. Eine klare, konsequente aber liebevolle Erziehung wird dazu beitragen, dass dein Hund eine Bindung und Vertrauen zu dir aufbaut. Dabei spielt aus Sicht des Hundes auch die Berechenbarkeit des Halters und seine Reaktion auf bestimmte Situationen eine große Rolle. Manche Hundebesitzer haben Sorge, dass es sich negativ auf die Verbindung und das Vertrauen auswirkt, wenn sie von ihrem Hund zuviel Gehorsam und die Einhaltung bestimmter Regeln fordern. Verbote und klare Anweisungen werden die Bindung zwischen Hund und Herrchen/Frauchen jedoch niemals schwächen, sofern sie dem Tier angemessen und verständlich kommuniziert werden.

 

Gründe für fehlende Bindung und Vertrauen

 

Zwischen den verschiedenen Rassen und einzelnen Charakteren gibt es deutliche Unterschiede, inwieweit sich die Tiere auf eine Bindung zum Menschen einlassen. Einige Hunde suchen aktiv von Anfang an danach, andere sind eher zurückhaltend und kritisch. Manche Rassen sind erheblich unabhängiger und somit weniger bindungswillig als andere. Abgesehen von diesen charakterlichen Grundlagen, können Bindung und Vertrauen durch verschiedene Umstände geschwächt sein. Dazu gehören häufig z.B. eine – aus Sicht des Hundes-  mangelnde Führungskompetenz des Menschen, fehlende “Zusammenarbeit” und gemeinsame Erlebnisse im Alltag, unberechenbare und für den Hund nicht nachvollziehbare Reaktionen, körperliche Bestrafungen als Erziehungsmaßnahme oder ständige Missachtung der Bedürfnisse des Hundes nach z.B. Rückzug, Ruhe etc.

 

Tipps für den Aufbau von Bindung und Vertrauen

 

 

Klare Regeln und Rollenverteilung

 

Dein Verhalten und deine Einstellung als Hundehalter sind die wichtigste Grundlage für eure Beziehung. Mache dir immer wieder bewusst, dass du die absolute Verantwortung für deinen Liebling hast. Es ist deine Aufgabe, ihn anzuleiten und richtig zu erziehen. Der Hund ist auf deine Führung angewiesen und braucht deinen Schutz. Wenn er diese Dinge von dir konstant bekommt, kann er Vertrauen aufbauen und wird sich vermehrt an dir orientieren. In der Hundewelt gibt es keine Demokratie. Für Hunde ist es völlig natürlich, innerhalb einer festgelegten Hierarchie zu leben und sich einzuordnen. Dies verleiht ihnen Sicherheit und die Gewissheit, was ihre Aufgaben sind und was nicht. Scheue dich nicht, die Führung zu übernehmen, klare Entscheidungen und Regeln durchzusetzen und ein gewisses Maß an Gehorsam einzufordern. Diese Dinge müssen nicht unbedingt mit Strenge und Härte umgesetzt werden. Vielmehr kommt es darauf an, dass DU genau weißt was du von deinem Hund möchtest und was gut für ihn ist. Mit dieser Klarheit fällt es dir leichter, die besagte Führung ganz natürlich zu übernehmen und mit der nötigen Ruhe und Beständigkeit anzuwenden. Signalisiere deinem Hund besonders in Situationen, die ihn verunsichern, dass du alles im Griff hast und er sich in deiner Nähe sicher fühlen kann. Du solltest für dein Tier der Ruhepol sein, bei dem er zu jeder Zeit Geborgenheit, Sicherheit und Anleitung findet.

 

Gemeinsame Beschäftigung und Erfolgserlebnisse

Spielen schenkt nicht nur viel Freude und Auslastung, sondern wirkt sich auch auf die Beziehung zwischen dir und deinem Hund aus. Es gibt verschiedene Spiel- und Beschäftigungsarten, die euch näher zusammen bringen. Besonders vorteilhaft für den Bindungsaufbau ist es, gemeinsam “Aufgaben” zu lösen und Herausforderungen zu meistern. Zum Beispiel beim spielerischen Dummytraining – Ihr habt gemeinsam Spaß, Bewegung, dein Hund muss eine Aufgabe lösen und braucht deine Hilfe, um an den Inhalt des Futterbeutels* zu kommen. Toll sind auch Suchspiele, bei denen der Hund unter deiner Anleitung ein Objekt suchen muss, und danach natürlich ausgiebig gelobt wird. Sehr gut geeignet sind Intelligenzspiele, die dein Hund gemeinsam mit dir ausknobeln darf. Mehr Infos zu Beschäftigungsideen findest du in dem Beitrag hier.

 

 




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Körperliche Nähe

Unsere Tiere suchen und genießen von Geburt an die körperliche Nähe zu ihrer Mutter und den Wurfgeschwistern. Nähe, Vertrauen und Geborgenheit spielen auch im Hundeleben eine große Rolle. Die gegenseitige Körperpflege im Rudel festigt die Bindung und das Gemeinschaftsgefühl. Wenn du deinen Hund bürstest und pflegst, ist dies also in seiner Wahrnehmung ein bedeutungsvolles Ritual. Du kannst die regelmäßige Fellpflege daher gut nutzen, um auf diese besondere Weise mit deinem Hund zu interagieren. Dazu solltest du dir genügend Zeit nehmen und darauf achten, dass dein Hund das Bürsten auch genießen kann. Wir empfehlen eine Bürste mit Wildschweinborsten*.

 

 

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Von ebenfalls großer Bedeutung sind natürlich das Streicheln und Kontaktliegen. Manche Hunde genießen es sehr, einfach nur im festen Körperkontakt bei ihren Menschen zu liegen und zu schlafen. Andere bevorzugen es, zwischendurch ausgiebig gekrault und geknuddelt zu werden. Eine besonders intensive Form der Entspannung und des Bindungsaufbaus ist die Massage beim Hund. Durch die Massage wird außerdem Stress abgebaut und die körperliche Beweglichkeit sowie Durchblutung gefördert. Besonders mit dem “Tellington Touch” lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen.

 

 

 

Du kannst also vieles tun, um die Bindung und das Vertrauen bei deinem Hund zu stärken. Die Beziehung zwischen dir und deinem Tier ist die Grundlage für euer gemeinsames Leben, und kann erstaunliche Veränderungen im Alltag bewirken. Falls du dir noch unsicher bist, wie du deinen Hund richtig erziehst und zu einem angenehmen Begleiter machst, kannst du im Online Hundetraining* von Johanna Esser alles darüber lernen.

 

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Mache dich und deinen Hund zu einem staken Team!

 

 

* = Produktlinks zu unseren Partnerprogrammen (Werbung). Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung